Forscher und Erfinder

Aus Erfinder-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

(:title Forscher,Erfinder und Erfinderprofis:)

Erfinderprofi

Ein Erfinderprofi beschreibt einen Menschen, der sowohl als Erfinder aktiv ist und in dieser Funktion sowohl innovativ als auch kreativ schöpferisch tätig wird, der zusätzlich und in Abgrenzung zum Begriff „Erfinder“ auch die notwendigen Fähigkeiten besitzt oder sich angeeignet hat, diese Erfindung über den Status der Idee hinaus zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen.

Entstehung

Der Begriff stellt einen Neologismus dar, dessen erstmalige Verwendung auf Ronald Reagan in seiner Proclamation 5013 von 1983 zurückgeführt wird. In dieser Proklamation, mit der Reagan den 11. Februar als Geburtstag von Thomas Alva Edison zum nationalen Tag der Erfindungen ernannte, sagte Reagan wörtlich : In recognition of the enormous contribution inventors make to the nation and the world, the Congress [...] has designated February 11, 1983, the anniversary of the birth of Thomas Alva Edison, one of America's most famous and prolific inventors, as National Inventors' Day.

Die Redewendung most famous and prolific inventors wurde von europäischen Erfindern übernommen und fand seinen Weg in den Sprachgebrauch der sich Ende der 1990er Jahren im Zuge der Verbreitung des Internets formierenden und konzertierenden europäischen Erfinderszene. Während in den USA der Inventor häufig als ein potentieller Unternehmer betrachtet wird und auch dessen zunächst vielleicht nur theoretisch nutzbaren Innovationen reale Vermarktungsmöglichkeiten und damit finanzielle Erfolgsaussichten zugestanden wird, wurde Deutschland bis zum Aufkommen einer so genannten Erfinderszene eine Trennung von Erfinder als rein schöpferisch Tätiger und der nachgelagerten juristischen Verwertung und Vermarktung des Ergebnisses durch Spezialisten für Marketing, Jura und Finanzierung vollzogen.

Abgrenzung zum Erfinder

Während ein Erfinder vorrangig nach theoretischen Möglichkeiten zur Innovation oder Kreation von Lösungen für bestehende Probleme sucht und forscht, wobei die Rahmenbedingungen, die für eine Markteinführung und Marktbereitung nicht oder nicht mit der selben Priorität bearbeitet werden (können), stellt ein Erfinderprofi eine Persönlichkeitsstruktur dar, die ganzheitlich alle Aspekte, von der Idee und Entwicklung über die juristischen Absicherungen als Patent oder Gebrauchs-/Geschmacksmuster bis hin zur Finanzierung und Marktbereitung. Ein Erfinderprofi stellt somit eine Weiterentwicklung des Erfinders dar, vergleichbare Abgrenzungen finden sich beispielsweise in der Physik, wo auch zwischen Grundlagenforschung und der Nutzung und Verwendung unterschieden wird. Der Erfinderprofi stellt damit innerhalb des Erfinder-Sprachgebrauches das Gegenstück zu Chindōgu dar, wo ausschliesslich die theoretische und wirtschaftlich nicht verwertete Erfindung als Selbstzweck verstanden wird.

Profil

Neben typischen Fähigkeiten eines Erfinders wie analytischem Denken, Ausdauer, Kreativität, Lösungsorientiertheit, wird ein Erfinderprofi durch eine Reihe von weiteren Fähigkeiten und Kenntnissen charakterisiert. So benötigt ein Erfinderprofi nicht nur die Gabe, ein Problem dort zu erkennen, wo andere es nicht wahrnehmen und dafür eine Lösung zu entwickeln, sondern auch Kenntnisse und Fähigkeiten in der Schaffung und Entwicklung von Märkten, in betriebswirtschaftlichen Vorgängen und Zusammenhängen, insbesondere in Finanzierung und Kostenrechnung sowie so genannte Soft Skills, also Kommunikationsfähigkeit, Rhetorik, Teamfähigkeit und Zielorientiertheit. Auch sind Wissen und Kenntnisse aus dem Bereich Jura, insbesondere Patentrecht wesentliche Merkmale, die einen Erfinderprofi auszeichnen. Hinzu kommen unabdingbar Mut und visionäres Denken, die aus den erlernbaren und trainierbaren Eigenschaften ein Gesamtbild formen, das geeignet ist, eine Idee nicht nur zu entwickeln und zu einem Prototypen reifen zu lassen, sondern dieses auch im wirtschaftlichen Kontext in den Markt zu bringen und somit eine Inventors-Chain (in Anlehnung an den Begriff der Supply-Chain) sicherzustellen.

Dabei stellt insbesondere die Kombination der oben genannten Eigenschaften das Alleinstellungsmerkmal eines Erfinderprofis dar, da nur durch die Gesamtheit gewährleistet ist, dass aus der Vision des Erfinders ein marktfähiges Produkt oder eine Dienstleistung entsteht.

Prominente Beispiele

Als Erfinderprofis gelten in Fachkreisen beispielsweise Alfred Nobel, Werner von Siemens, Alfred Krupp oder Andreas Stihl. Allen gemein ist, dass sie nicht nur schöpferische Leistungen vollbracht haben, die maßgeblich zum Fortschritt beitrugen, sondern dass sie durch ihre Erfindungen auch wirtschaftlichen Erfolg – der in allen Fällen auch heute noch anhält – erreichten und sich somit von den kreativen Erfindern ihrer Zeit abgrenzten, die auch den Fortschritt vorangetrieben haben, denen jedoch materieller Erfolg versagt blieb.


Schlagwörter: Erfindungen