Bayerische Patentallianz und TUM vermarkten therapeutische Antikörper an Boehringer Ingelheim
Samstag, 20. Februar 2010| Pressemitteilung von: Bayerische Patentallianz GmbH |
| Die Bayerische Patentallianz GmbH (BayPat) hat in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München (TUM) einen Vertrag zur Übertragung eines Patentportfolios für ein innovatives Verfahren zur Entwicklung und Herstellung von therapeutischen Antikörpern mit dem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim geschlossen.
Die komplette Übertragung der Patentanmeldungen gibt Boehringer Ingelheim die Freiheit, das Verfahren zunächst in Deutschland zu nutzen und nach Bedarf eigenständig für die weltweite Verwertung zu erweitern. „Dank der Erfindung könnte die aufwendige Produktion vielfältiger Antikörper effektiver werden“, meinen Dr. Joachim Vogt (BayPat) und Dr. Katharina Aulinger (TUM), die als Patentmanager die Vertragsverhandlungen führten. An diesem Fall zeige sich, dass die Patentierung schon in einem frühen Stadium der Forschung wertvoll sei, so Aulinger. „Wir freuen uns, dass hiermit Grundlagenforschung von einem renommierten weltweit agierenden Pharmakonzern aufgegriffen wird“, betont Vogt. Boehringer Ingelheim verfüge über ein umfangreiches Know-how in der Antikörperherstellung und könne das Potenzial der Erfindung im Rahmen seiner Produktion voll ausschöpfen. Antikörper sind Bestandteile des menschlichen Abwehrsystems. Die Y-förmigen Eiweißmoleküle können spezifische Strukturen im Körper gezielt angreifen. Sie bestehen jeweils aus zwei schweren (H= heavy) und zwei leichten (L=light) Ketten aneinander gehängter Aminosäuren. Im Rahmen ihrer Grundlagenforschung entdeckten Professor Dr. Johannes Buchner und sein Team an der TUM, dass ein spezifischer Abschnitt der schweren Kette nur dann eine definierte Struktur einnimmt, wenn er in Kontakt mit der leichten Kette kommt. Ausgehend von dieser Entdeckung entwickelten die Forscher am Department Chemie ein neues Verfahren. Es könnte der Verbesserung biotechnologisch produzierter Antikörper dienen: Durch gentechnische Modifikationen erzielten die Wissenschaftler optimierte biophysikalische Eigenschaften der Antikörper. Diese könnten die Stabilität, Herstellbarkeit, Handhabbarkeit und Lagerfähigkeit biotechnologisch hergestellter Antikörper verbessern. Eine besondere Rolle spielen hier therapeutische Antikörper. Als Arzneimittel eingesetzt, können sie krankheitsrelevante Strukturen gezielt in ihrer Wirkung blockieren oder neutralisieren. Sie werden unter anderem zur Krebstherapie, der Behandlung von Allergien oder entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Mit therapeutischen Antikörpern wurden 2008 weltweit Umsatzerlöse von rund 30 Milliarden US-Dollar erzielt. „Für uns ist die Erfindung interessant, weil wir vorhandene Technologien durch innovative Ansätze erweitern wollen“, meint Dr. Dorothee Ambrosius, Leiterin des Downstream Developments im Bereich Biopharmaceuticals bei Boehringer Ingelheim. Die Entwicklung therapeutischer Antikörper sei ein wichtiges Element in der Forschungsstrategie des Unternehmens. „Die Erfindung hat das Potenzial, die Produktivität durch die biophysikalisch verbesserten Eigenschaften der Antikörper zu steigern“, so Ambrosius. Dieser Vorteil sei möglicherweise generell für therapeutische Antikörper nutzbar. Allerdings müsse das Prinzip zunächst an produktionsrelevanten Systemen erprobt und dessen wirtschaftliche Effizienz bewiesen werden. Für diese technische Bewertung bedürfe es mindestens ein bis zwei Jahre Entwicklungszeit. Wenn diese positiv ausfiele, schließe sich eine verantwortungsvolle klinische Überprüfung an. „Unser Ziel ist es, durch effiziente Produktionstechniken sichere und kostengünstige Medikamente für die Patienten herzustellen“, beschreibt Ambrosius die Philosophie des Familienunternehmens. Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht. Bayerische Patentallianz GmbH Boehringer Ingelheim Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmakonzernen. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 138 verbundenen Unternehmen in 47 Ländern tätig und beschäftigt insgesamt 41.300 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten unabhängigen Unternehmens in Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Produkte mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit. Im Jahr 2008 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Gesamterlöse von 11,6 Mrd. Euro. Ein Fünftel der Umsätze aus dem größten Segment verschreibungspflichtige Arzneimittel investierte das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente. Technische Universität München Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 420 Professorinnen und Professoren, 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (ein- schließlich Klinikum rechts der Isar) und 24.000 Studierenden eine der führenden Universitäten Europas. Ihre Schwerpunktfelder sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin und Wirtschaftswissenschaften. Nach zahlreichen Auszeichnungen wurde sie 2006 vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Exzellenzuniversität gewählt. Das weltweite Netzwerk der TUM umfasst auch eine Dependance in Singapur. Die TUM ist dem Leitbild einer unternehmerischen Universität verpflichtet. Bayerische Patentallianz GmbH Die Bayerische Patentallianz GmbH bewertet und vermarktet Erfindungen von mehr als 17.000 Wissenschaftlern in Bayern. Sie zählt zu den größten Patent- und Vermarktungsagenturen in Deutschland. Seit ihrer Gründung am 1.1.2007 setzt sich die Bayerische Patentallianz als Dienstleister für den Wissenschaftstransfer ein. Mit ihrem interdisziplinären Team aus Wissenschaftlern und Wirtschaftsfachleuten betreut sie Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern rund um den Themenbereich Erfindungen, Patente und Lizenzen. |



