Vor etwa zehn Jahren habe ich ein Lehrmittel entwickelt, das ich den NOTENSCHIEBER nenne. Er orientiert sich an dem Rechenschieber, den Sie vielleicht noch aus dem früheren Mathematikunterricht kennen. Seither verwende ich ihn in allen Klassen der Sekundarstufen I und II.

Wozu ist Ihre Erfindung gut?
Der Notenschieber hilft auf sehr effektive Weise, die grundlegenden Zusammenhänge in der Notenlehre und der Musiktheorie schnell und anschaulich zu verstehen und Zusammenhänge FEHLERFREI selbst herzuleiten. So gelingen zum Beispiel richtige Akkordbegleitungen zu Melodien fast aller Genres, Dreiklänge können richtig aufgestellt werden, alle Tonarten unserer (west-)europäischen Hörerfahrungen werden vollständig abgebildet, Transponieren von Tonfolgen von einer in jede beliebige andere Tonart geht schnell und einfach, ältere Tonskalen („Kirchentonarten“) lassen sich von jedem beliebigen Ton (Finalis) ausgehend bilden, Intervallbestimmung wird zum Kinderspiel.
Aber viel wichtiger ist, dass Musikunterricht Spaß macht. So gelingt es am besten, Wissen und Können, aber auch Gefühle und Werte zu vermitteln und junge Menschen nicht nur für Musik, sondern auch für die Freude am Lernen insgesamt zu begeistern.
Wie sind Sie drauf gekommen (Geschichte zur Erfindung)?
Der Musiklehrer in der Schule steht häufig vor dem Problem, dass Schüler nach einem Lehrerwechsel gerne behaupten, sie hätten von Noten- und Harmonielehre zuvor nie (oder kaum) etwas gehört. Demgegenüber steht des Lehrers Wille – gepaart mit der äußeren Anforderung des Lehrplans – diesem (angeblichen) Zustand entgegen zu wirken. Selbstverständlich haben meine Kollegen im Vorfeld musiktheoretische Zusammenhänge behandelt, aber wir sind uns sicherlich darüber im Klaren, dass der Schüler, der z.B. kein Instrument erlernt, für sich weit weniger die Notwendigkeit des Erlernens dieser Zusammenhänge sieht, als einer, der Notenschrift und Harmonielehre als “Werkzeug” für sein eigenes Ausdrucksvermögen ansieht. Entsprechend den Vorgaben, Musik wahrzunehmen und zu verstehen, Abläufe zu erkennen, zu gestalten usw., gelingt Vieles natürlich auch schon ohne die entsprechenden Kenntnisse der traditionellen musikalischen Schriftsprache. Aber “mit” geht’s eben besser – eine Einsicht, zu der viele Schüler erst geleitet werden müssen.
Immer wieder stieß auch ich bei meinen Schülern auf allgemeine Probleme bei der Notenlehre. Dabei erscheinen viele musiktheoretische Zusammenhänge so logisch wie das Einmaleins. Ich suchte also einen Weg, äquidistante Intervallverhältnisse zu veranschaulichen. Manchmal muss man am Klavier eine Handstellung auch nur verschieben, um eine anderen (Drei-)Klang zu bekommen…
Als Kind erlernte ich den Umgang mit großen Zahlen noch mit Hilfe des Rechenschiebers. Damit wurden Bearbeitungszeiten für eine Reihe von Aufgabentypen schon vor der Ära des Taschenrechners erheblich verkürzt.
So hatte ich die Idee, einen einfach zu bedienenden Schieber zu entwickeln, mit dem sich alle Zusammenhänge, die in einer Tonart gelten, in jede beliebige andere Tonart übertragen lassen.
Am 10. April 2008 wurde dieser Notenschieber beim Deutschen Patent- und Markenamt als Geschmacksmuster unter der Nummer 40 2008 000 202.4 eingetragen. Dem voran ging eine mehrjährige Testphase, in der ich einige Klassen mit und andere ohne den Notenschieber unterrichtete – damals noch als „Selbstbausatz“. Die Resultate sprechen deutlich für die Verwendung des Notenschiebers, da er enorm hilft, Unterrichtszeit zu sparen, die ich dann für eine äußerst wichtige Seite der Persönlichkeitsentwicklung nutzen konnte – das praktische Musizieren. Nebenher haben ein paar kleine Änderungen am Notenschieber seine Einsatzmöglichkeiten noch verbessert.
Wie funktioniert die Erfindung?
Man muss eigentlich nur zählen. Unsere Hörgewohnheiten verlangen im Allgemeinen eine sehr begrenzte Zahl von Tonräumen. Aus einer Menge von 12 Tönen einer Oktave, die nach unserer Definition im Abstand von jeweils einem Halbton angeordnet sind, wählen wir 8 Töne aus und bilden daraus eine Tonskale (Tonleiter). Sind zwei Töne dieser Auswahl um zwei Halbtöne voneinander entfernt, so entspricht dieser Abstand einem Ganzton.
Also ist beispielsweise folgende Anordnung von 8 Tönen denkbar und häufig auftretend:
Vom ersten Ton ausgehend zähle man Ganzton-Ganzton-Halbton-Ganzton-Ganzton-Ganzton-Halbton. Das entspricht der heutigen Dur-Tonleiter. Auf dem Notenschieber sind an den betreffenden Stellen kleine Dreiecke mit den Zahlen 1 bis 7 (Die 8 ist die neue 1 der nächsten Oktave.) Man schiebt die Zunge und stellt die „1“ auf den Grundton der Tonart, die untersucht werden soll. Jetzt kann man die Töne ablesen, die durch die Zahlenauswahl markiert sind. Die grundlegenden Zusammenhänge stehen in direkter Wechselbeziehung zum Quintenzirkel, der ebenfalls Bestandteil des Notenschiebers ist.
Man hat also durch einmaliges Schieben alle wichtigen Informationen zu einer Tonart im Überblick und spart sich banale und zeitraubende Rechnerein.
Hat die Welt auf Ihre Erfindung gewartet?
Alle diejenigen, die den Notenschieber in die Hand bekamen, vermittelten diesen Eindruck. Erwachsene, die ihre Affinität zur Musik nicht verloren haben, hätten sich ein solches Hilfsmittel für ihren eigenen Unterricht gewünscht. Auf der Seite www.notenschieber.de/shop/shop_content.php/coID/16/content/Gaestebuch lassen sich eine Reihe von Meinungen nachlesen.
Könnte man Ihre Erfindung noch verbessern ?
Nach der Ausstrahlung der Fernsehsendung „Einfach genial“, die über den Notenschieber berichtete (am 21.12.2010), wurde ich auch nach Demonstrationsmöglichkeiten gefragt. Die Tafel-Notenschieber für den Klassenraum, die magnetisch an der Tafel haften, sind in der 2. Generation fertig, auch eine Software-Variante für Klassenräume mit Computer und Beamer sind fertig und lieferbar. Außerdem steht ein Online-Handbuch kostenlos zur Verfügung (www.notenschieber.de/shop/media/content/Online-Handbuch/Online-Handbuch.html).
Varianten in englischer, französischer und in russischer Sprache sind in Vorbereitung.
Wer wird Ihnen dankbar sein?
Musiklehrer, die bereit sind, neue Wege zu gehen und die erfahren haben, dass die Unterrichtszeiten bundesweit tendenziell verringert werden, können mit dem Einsatz des Notenschiebers viel Zeit „zurückgewinnen“, die sie dann für andere Unterrichtsinhalte verwenden können. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Schüler an Schulen und Musikschulen den Notenschieber für sich entdecken würden. Ich würde mich noch mehr freuen, wenn den wichtigen persönlichkeitsbildenden Elementen durch mehr musikprak-tischen Unterricht entsprechend mehr Aufmerksamkeit gewidmet würde und daher mehr Unterrichtszeit zur Verfügung stünde.
Autodidakten werden ebenso Freude an dem Notenschieber erleben, denn durch sein hohes Maß an Anschaulichkeit unterstützt er den Erkenntnisprozess erheblich, denn der Notenschieber ist leicht verständlich, handlich, übersichtlich, preiswert (im Vergleich zu einem Theoriebuch), farbig, selbsterklärend und durch das Handbuch hervorragend unterstützt.
Handbuch und Notenschieber sind auch als digitale Animation erhältlich und reichen vom Grundwissen bis zum hohen Spezialwissen.
Wie lange haben Sie gebraucht, um Ihre Erfindung zu entwickeln?
Die ersten Entwicklungsschritte erfolgten etwa im Jahr 1998. Seit 2008 steht der Notenschieber beim Deutschen Patent- und Markenamt als Geschmacksmuster unter der Nummer 40 2008 000 202.4 eingetragen.
Wurde Ihre Erfindung schon einmal durch einen Preis ausgezeichnet, z.B. durch die Teilnahme an einem Erfinderwettbewerb?
Am 21.12.2010 berichtete der MDR in der Sendung „Einfach genial“ über den Notenschieber.
Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus, bzw. was oder wen benötigen Sie, um Ihre Erfindung zu vermarkten?
In erster Linie ist mir daran gelegen, dass an den Universitäten, an denen Musiklehrer ausgebildet werden, zunehmend der Geist Einzug hält, der die jungen angehenden Kollegen sensibilisiert für dieses im schulpraktischen Alltag entwickelte Lehrmittel und nicht der, der es milde belächelt, weil ja hunderte von Generationen Musiktheorie auf andere, traditionelle Weise gelernt haben.
Am liebsten wäre mir, wenn in jedem Musikhefter ein Notenschieber zu finden wäre. So wie der Taschenrechner zum Mathematikunterricht gehört oder wie früher der Rechenschieber zum Mathematikunterricht gehörte, gehört der Notenschieber quasi als „Taschenrechner für Musik“ in die Hand jedes Lernenden.
Bei der Verbreitung des Notenschiebers zu helfen, ist hiermit jeder herzlich eingeladen.
Wer sind Sie?
(Name, Alter, ausgeübter Beruf, Stadt)
Frank-Reiner Nowakowski
50 Jahre
Musiklehrer am Fontane-Gymnasium Rangsdorf
Studienrat
Generalie für Musik für das Land Brandenburg
Luckenwalde
Wie können Interessenten Sie am Besten erreichen (E-Mail, Homepage, Internet)?
www.notenschieber.de
info@notenschieber.de
Internetsuche nach dem „Notenschieber“
Warum sind Sie Erfinder, bzw. was macht Sie zum Erfinderprofi?
Ich hatte nicht vor, „Erfinder“ zu werden, vor allem bin ich leidenschaftlicher Musiklehrer. Ich glaube, dass es vielen Menschen möglich ist, Dinge, Prozesse oder Ideen zu entwickeln, die einen erkannten Missstand ausnutzen, um diesen abzustellen. Die Voraussetzungen und die Umstände, eine Idee in die Tat umzusetzen, sind sicherlich nicht allerorts gleich gut. Deshalb ist es umso wichtiger, diese Idee nach Kräften hartnäckig zu verfolgen und konsequent an ihrer Verwirklichung zu arbeiten. Auch dazu werden kreative Gedanken freigesetzt.
Ich danke allen Menschen, die mir bei der Umsetzung dieser Ideen geholfen haben, helfen und helfen werden.
Frank-Reiner Nowakowski

Sie möchten Ihre Erfindung ebenfalls kostenfrei im Internet vorstellen, kein Problem, setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung unter c.moeller@erfinderprofi.de